Hier können Sie ein Formular zur Meldung der Säuerung herunterladen

Rheinland-Pfalz ermöglicht Säuerung für Jahrgang 2019

Das zuständige Ministerium in Mainz lässt die Säuerung von Trauben, Most, teilweise gegorenem Traubenmost, Jungwein und Wein des Jahrgangs 2019 in Rheinland-Pfalz zu. Die entsprechende Allgemeinverfügung wird am 9. September im Staatsanzeiger veröffentlicht.

In den nördlichen Anbaugebieten Europas ist die Säuerung normalerweise nicht zugelassen. Nur bei Vorliegen außergewöhnlicher Witterungsbedingungen können die Länder die Säuerung zulassen. Die Vegetationsperiode 2019 war landesweit von drei Hitzewellen Anfang Juli, Ende Juli und Ende August geprägt, mit räumlich sehr unterschiedlicher Niederschlagsverteilung. Die dritte Hitzewelle sorgte innerhalb von einer Woche für enorme Mostgewichtszunahmen und gleichzeitig für einen starken Abbau der Apfelsäure und damit der Gesamtsäure.

Von der Regelung ausgenommen werden Erzeugnisse, die für die Gewinnung von Prädikatswein mit dem Prädikat Eiswein vorgesehen sind, da Eiswein typischerweise durch einen ausgeprägten natürlichen Säuregehalt gekennzeichnet ist.

Zu beachten ist, dass die Säuerung und die Anreicherung sowie die Säuerung und die Entsäuerung ein und desselben Erzeugnisses ausgeschlossen sind.

Da jedoch Trauben, Most, gärender Most, Jungwein und Wein rechtlich als verschiedene Erzeugnisse gelten, sind beispielsweise die Anreicherung von Traubenmost und die nachfolgende Säuerung als Wein durchaus möglich. Wenn im Moststadium gesäuert wird, darf die Anreicherung aus rechtlichen Gründen erst nach Gärbeginn erfolgen; falls der Most angereichert wird, darf dementsprechend auch die Säuerung erst später erfolgen.

Zu beachten ist ferner, dass die Säuerung nur in der Weinbauzone erfolgen darf, in der die Trauben geerntet worden sind. Die Säuerung von Wein ist überdies nur in dem Betrieb möglich, in dem die Weinbereitung stattgefunden hat. Eine Säuerung ist in die Weinbuchführung und gegebenenfalls in das Begleitdokument einzutragen.
Die Säuerung ist ein bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz meldepflichtiges önologisches Verfahren. Spätestens am zweiten Tag nach Abschluss der ersten Maßnahme, ist die Säuerung zu melden. Die Meldung kann auch vorab, pauschal für alle Säuerungen erfolgen.